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un film de Laurent Boutonnat
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Schatten und Lichter

Es ähnelt, nur besser, schöner, größer und länger, den von Schatten und Lichtern getränkten Videoclips, in denen Mylène Farmer, die zerbrechliche Sängerin mit dem bleichen Gesicht (von einer flammenden Rothaarigkeit, wegen der man die Feuerlöscher hervorholt), seltsame Texte in atmosphärischen Landschaften singt.

Morbide und romantisch

Der Horizont verliert sich hier im Unendlichen, die Täler sind vereist, die Ebenen verschneit, die Wälder düster und die Atmosphäre morbide romantisch.
In einer nach der in finsteren Dunst und Giftgas gehüllten Schlacht tristen und toten Landschaftversucht ein junger Arzt - bildhübsch, aber, seit er in Verdun gekämpft hat, kurzatmig -, mit einer Energie nahe der Verzweiflung, die behinderten Kinder wiederzufinden, um die er sich vor dem Ausbruch der Kämpfe gekümmert hat.
Bis zu einem alten Landhaus gelangt, wo ein mysteriöses Fräulein wohnt, wird er halb reale, halb geträumte Ereignisse auslösen (und durchqueren). Und genau dort drückt der Schuh. Der Film, gepflegt und ausgefeilt bis hin zu den kleinsten Details, dehnt seine Action, so dünn wie ein Blatt Pergament, auf drei Stunden Länge.
Aber dieses Werk, genauso unheimlich wie phantastisch, bleibt ein Moment des Kinos, der deutlich interessanter ist als der gefährliche Léon oder der einzelgängerische Colonel Chabert.
Eine faszinierende Stimmung schaffend, die an die der gothischen englischen Romane erinnert (und an die Schriften der Angst von Jean Ray), konzentriert sich Giorgino auf die schwierigen Beziehungen, die den Helden, flüchtig wie ein tuberkulöser Wattebausch, mit der Welt verbinden.

Geheimnisse und erstickte Wünsche

Er studiert und streckt sie endlos. In der Tat ist dies die Stärke und die Schwäche der Dialoge. Aus diesem ungewöhnlichen und einzigartigen Abenteuer entwickelt sich eine absolut faszinierende Atmosphäre der altertümlichen Geheimnisse und der erstickten Wünsche/Begierden.

Midi Libre Filmkritik zu Giorgino Datum: 16.10 1994
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